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NPI - Instituut voor Organisatie Ontwikkeling
1354.922
HS/LG
GESPRÄCHSVERLAUF UND GESPRÄCHSORDNUNG
Die
I
II
III
drei Aspekte des Gruppengesprächs
In einem Gruppengespräch kann man erstens den inhalt-
lichen Aspekt unterscheiden, d.h. die Summe von Gedanken
und Vorstellungen oder den mehr oder weniger logischen
Zusammenhang (Gedankengang) des Gesprächs.
Zweitens kann man seine Aufmerksamkeit richten auf den
Gesprächsverlauf, die Form des Gesprächs (Gesprächs-
prozedur), die befolgte Methodik, z.B. die Gliederung
und Ordnung der besprochenen Punkte. Die richtige
Gesprächsordnung ist in jedem Falle zu bestimmen im Hin-
blick aus dasjenige, was diese Gruppe in dieser Phase
ihrer Entwicklung in dieser bestimmten Situation für die
Lösung dieses Problems als Gesprächsform braucht.
Der dritte Aspekt bezieht sich auf die Wechselwirkungen
der Gruppenmitglieder untereinander (Interaktion).
Es handelt sich hier z.B. um die Art der Teilnahme, die
Gruppenatmosphäre, den Führungsstil, die Zusammenarbeit,
Spannungen usw.
Alle drei Aspekte spielen gleichzeitig eine Rolle und beein-
flussen sich gegenseitig. Man kann sie nur unterscheiden,
jedoch nicht ganz trennen.
wir
wollen nun im besonderen folgendes betrachten.
Gesprächsverlauf und Gesprächsordnung (Prozedur)
Obwohl der Gesprächsverlauf in den verschiedensten Formen
erscheiden kann, gibt es eine Grundform für jede Gesprächs-
gruppe, die sich die Lösung eines Problems als Aufgabe
gestellt hat.
Diese "Urform" verläuft in den folgenden Hauptphasen:
1. Gruppenbildung
Die Gruppe muss sich als Einheit fühlen können, um
fruchtbar miteinander zu arbeiten. Die sachliche Grund-
lage dazu wird geschaffen, wenn erst eine gemeinsame
Zielvorstellung erarbeitet ist. Das geschieht durch
Beantwortung der folgenden Fragen:
- Was ist eigentlich unser Problem?
- Ist es sinnvoll (erwünscht, wichtig, notwendig), das
Problem lösen zu wollen?
Valckenboschlaan 8, Postbus 299, 3700 AG Zeist, Telefoon 03404-20044, Fax 03404-12770.
- Sind wir alle bereit, an der Lösung mitzuwirken?
- Können wir (im Prinzip) das Problem lösen? (Auftrag,
Kompetenz, Fähigkeit dieser Gruppe.)
- Was wollen wir (können wir) in diesem Gespräch
erreichen?
Die eigentliche Arbeit am Problem erfolgt dann in drei
Phasen.
Bildgestaltung
Es wird versucht, sich ein Bild der Problemsituation zu
machen. Alle Informationen, über die die Teilnehmer ver-
fügen, werden gesammelt und geordnet (Daten, Wünsche,
Notwendigkeiten).
Fragen sind:
- Wie und in welchen Zusammenhang ist das Problem ent-
standen?
- Welche Informationen sind vorhanden oder müssen noch
gesucht werden?
- Haben alle Teilnehmer jetzt eine klare Vorstellung
davon, worum es sich handelt?
Urteilsfindung (die "Besprechung")
Lösungsmöglichkeiten werden untersucht (auf ihren Wert
hin geprüft). Da dies leicht chaotisch und gefühlsgeladen
verläuft, ist auch hier eine innere Ordnung erwünscht;
- Welchen Kriterien muss (oder soll) die Lösung ent-
sprechen?
- Welche Vorschläge bringen die Teilnehmer?
- Welche Vorschläge entsprechen den Informationen (Tat-
sachen) und den Kriterien, und welche kann man fallen
lassen?
- Welche Konsequenzen haben die möglichen Lösungen?
- Zusammenfassung des bisher Gewonnenen.
Entschlussfassung
- Die Gruppe fasst den Entschluss;
- Die Gruppe stellt fest, ob jedes Mitglied den Ent-
schluss bejaht;
- Die Gruppe sucht Lösungen für die Konsequenzen;
- Die Gruppe regelt die Ausführung (insbesondere welche
Aufgaben die Mitglieder dieser Gruppe auf sich nehmen,
um den Entschluss zu verwirklichen).
Eine gute, innere (nicht zu pedantische, äussere) Gesprächs-
ordnung ist eines der Mittel, um die Leistungen der Gruppe
zu fördern und das Gespräch zu einem befriedigenden Erlebnis
zu machen.
Insbesondere sollte zustande kommen:
1. Durch klaren und geordneten Gedankenaustausch sollte ein
Zusammendenken oder Gruppendenken entstehen.
2. Dieses gemeinsame Denken sollte unterstützt werden durch
die gefühlsmässige, positiv gerichtete Anteilnahme der
Mitglieder. Es entsteht dann ein Gruppen- oder Wir-
Gefühl. -
3. Schliesslich wird die Leistung der Gruppe am stärksten
gefördert, wenn jedes Mitglied sich verantwortlich fühlt
für die Leistung der Gruppe, d.h. dass das Gruppenziel
wichtiger wird als die möglichen Einzelziele der Mit-
glieder. Es entsteht dann ein "Gruppenwille".
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